
Diesmal möchte ich euch eine Geschichte erzählen, das Märchen von der ersten Abgabe in unserem Cannabisclub. Also:
Es war einmal an einem spätsommerlichen Abend, dass unsere Kräuterstube ihre Pforten öffnete. Und alsbald verbreiteten sich Düfte, die so seltsam waren, dass selbst die Möwen auf den Dachfirsten neugierig die Köpfe neigten.
Vor der Stube sammelten sich allerlei Gestalten: wandernde Spielleute schlugen ihre Zauberkisten auf und ließen Klänge ertönen, die wie tanzende Funken über den Platz sprangen. Die Musik rumpelte, glitzerte und setzte sich wie ein kleiner Kobold in die Ohren.
Neben der Kräuterstube standen Feuerroste, aus denen ein Duft von fernöstlichen Gewürzen stieg, so kräftig und aromatisch, dass selbst der mürrische Lichtfänger seine Stirn runzelte und murmelte: „Bei allen Lichtkästen, das riecht nach Abenteuer.“
Viele Ankömmlinge, die eigentlich nur das neue Kräutlein kosten wollten, fanden sich plötzlich mit einem Teller in der Hand wieder, als hätte eine unsichtbare Hand sie freundlich geschubst. Der Sekt funkelte wie flüssiges Mondlicht, und das Bier schimmerte wie goldener Herbsthonig. Manche schworen später, der Sekt habe leise gekichert, und das Bier habe ein tiefes, brummendes Lied gesungen.

Die Besucher drängten sich heran, staunten über die neuen Kräutlein, kosteten, lachten und erzählten sich Geschichten, die immer fantastischer wurden, je länger der Abend währte.
Die Bundgefährten, die das ganze Fest ausrichteten, liefen mit roten Wangen und breiten Lächeln umher. Sie freuten sich über jeden Gast, der neugierig schnupperte, kostete, lachte oder einfach nur staunte. Und manch einer schwor später, er habe gesehen, wie die Freude selbst in kleinen goldenen Funken über den Platz hüpfte.
So ward es ein Tag, an dem Musik und Kräuter, Curry und Lachen sich mischten wie in einem Zaubertrank. Und wer dabei war, erzählte noch lange davon.
AB
