Kurz und Knapp
Wer weiß, das Ihr im Verein Cannabis bekommen habt?
Wir natürlich. Und bei Rechnungsbeträgen kleiner 250 EUR sonst nur Deine Bank und unsere Bank.
Welche Software nutzt Ihr?
Wir haben die Software zur Mitgliederverwaltung und zur Abgabe selbst entwickelt, um eine möglichst große Kontrolle über Eure Daten zu haben.
Welche Daten bekommen Behörden von euch?
Die Genehmigungsbehörde kann Daten bezüglich der Abgabe anfordern, um z.B. Straftaten aufzuklären. Außerdem erfolgt eine jährliche, anonymisierte Übermittlung der abgegebenen Cannabismengen.
Diskretion ist wichtig
In einer Zeit, in der Daten schneller geteilt werden als Brieftauben fliegen, haben wir uns entschlossen, einen anderen Weg zu gehen: den Weg der konsequenten, beinahe stoischen Datensparsamkeit. Während andere Vereine ihre Mitgliederlisten bei externen Softwareanbietern für Vereinsverwaltung auslagern, Daten über WhatsApp übermitteln oder Zahlungsdienstleister nutzen müssen, die mehrheitlich in amerikanischer Hand sind, verfolgt unser Verein ein anderes Ziel: Die Daten unserer Mitglieder zu schützen.
Wir wissen, dass sich viele Leute darüber Gedanken machen, ob man in den Datenbanken eines Cannabisvereines auftauchen möchte. Daher tun wir das Mögliche, um diese Daten geheim zu halten. Wir bewerkstelligen das mit einer Kombination aus juristischer Beratung, informationstechnischer Entwicklung und einer großen Portion Misstrauen gegenüber neugierigen Blicken.
Die Software zur Mitgliederverwaltung konnten wir selbst entwickeln, da einige unserer (Gründungs-)Mitglieder erfahrene Softwareentwickler sind. Auch die Abgabe vor Ort wird über diese Software abgewickelt. Wir wissen exakt, was unsere Software mit Deinen Daten macht – immerhin haben wir sie geschrieben. Bei proprietärer, fremder Software ohne Einsicht in die internen Funktionsweisen kann man dies unmöglich wissen. Weißt Du, warum Dein neues Lieblingsspiel auf dem Smartphone Zugriff auf Kontakte und Bluetooth benötigt? Ein Hinweis: Du bezahlst das Spiel mit Deinen Daten.
Diese Vorgehensweise ermöglicht uns eine auf das Minimale beschränkte Datenweitergabe an Dritte. Bei Rechnungsbeträgen unter 250 EUR, die Du im Verein kaum überschreiten kannst, wissen nur die Ostseesparkasse sowie Deine Bank, dass es Transaktionen zwischen Dir und dem Verein gegeben hat. Noch nicht mal unser Steuerberater weiß davon. Und natürlich sonst auch niemand: keine windige Onlineapotheke, kein rumänischer Hautarzt mit bezahlten Cannabisrezepten wegen Kopfschmerzen und PayPal o.Ä. sowieso nicht. Unsere Bank (und Deine ebenso) arbeiten nach dem Bankengeheimnis und dürfen solche Daten ohne Weiteres auch nicht herausgeben.
Für unverfängliche und allgemeine Kommunikation zwischen den Vereinsmitgliedern wollen wir Signal benutzen; eine Ende-zu-Ende verschlüsselte Kurznachrichten-App. Diese dient ausschließlich dem normalen Austausch im Vereinsleben. Sensible Daten werden niemals darüber geteilt.
Leider gibt es Ausnahmen, auf die weder wir noch ein anderer Verein, Firma oder Arzt Einfluss nehmen können: Das Gesetz. Es gibt im KCanG Vorgaben, die wir erfüllen müssen. Es kann passieren, dass wir an die Genehmigungsbehörde (LALLF M-V) Daten bezüglich der Abgabe übermitteln müssen. Diese Übermittlung erfolgt weder regelmäßig noch freiwillig, sondern kann auf Verlangen der Behörde passieren, z.B. um Straftaten aufzuklären. Außerdem erfolgt eine jährliche, anonymisierte Übermittlung der abgegebenen Cannabismengen an das LALLF, um in den Bundes- und Länderstatistiken zur Auswertung verwendet werden zu können.
Warum tun wir das alles? Weil uns Deine Daten wichtig sind. Unsere Branche wurde erst vor zwei Jahren in die Legalität erhoben und wir wissen, dass viele Menschen immer noch misstrauisch und durch jahrzehntelange Kriminalisierung geprägt vorsichtig sind. So geht es uns auch. Und daher sparen wir lieber bei den Daten als beim Cannabisanbau.
AB/MB
