Presse
RegioTV Rostock vom 07. April 2026
Ostseezeitung vom 20. März 2026 (online) und 23. März 2026 (Print)
Nordkurier vom 09. März 2026 (online) und NNN vom 12. März 2026 (Print)
RegioTV Rostock
RegioTV vom 07. April 2026
Video bei RegioTV >>>
Legaler Anbau: Rostocker Cannabisclub nimmt Fahrt auf
Cannabis anbauen – lange war das nur im Verborgenen möglich. Seit der Teillegalisierung geht das jetzt auch ganz offiziell. In Rostock nutzt ein Cannabisclub genau diese Chance und startet mit dem eigenen Anbau. Wir waren beim Start dabei und und haben den ersten Schritt begleitet.

Ostseezeitung
Ostseezeitung vom 20. März 2026 (online) und 23. März 2026 (Print)
Autorin: Julia Czerwonatis
Fotograf: Dietmar Lilienthal
Artikel als PDF >>>
Artikel bei der OZ >>>
„Piff Paff Cannabis“: Neuer Social Club baut mitten in Rostock legal Bio-Gras an
In Rostock startet der Cannabis-Club „Piff Paff Cannabis“ mit dem legalen Anbau von Hanfpflanzen in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Der Verein setzt auf ökologischen Anbau und will den Schwarzmarkt bekämpfen. Damit ist der Club in MV nicht allein.
Rostock hat einen neuen Cannabis Club und beginnt derzeit in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt mit dem Anbau. Im Februar hat „Piff Paff Cannabis“ eine Anbaugenehmigung erhalten, wie das Umweltministerium MV bestätigt. Damit ist der Verein die zweite Anbauvereinigung in Rostock und die sechste in MV.
Für die Gründungsmitglieder war der Weg dahin ein Marathon, wie Vereinsvorstand Marius Birk beschreibt. „Wir sind erleichtert und stolz, dass der Verein nun endlich Planungssicherheit hat.“

Club mietet Halle hinter dem Werftdreieck
Die Suche nach einer geeigneten Immobilie hat etwa ein Jahr lang gedauert. Viele Vermieter seien vom Cannabis abgeschreckt, erzählt Birk. Seit August 2025 hat der Verein eine Halle in der Carl-Hopp-Straße, nordwestlich vom Werftdreieck. Für Schatzmeister Andreas Beckmann eine ideale Lage: „Es ist nah an der Stadt, gleichzeitig ist es aber auch unwahrscheinlich, dass hier ein Spielplatz oder eine Schule hinkommen.“
Die Gründungsmitglieder haben die große Halle in ihrer Freizeit saniert. Momentan wird die Ausstattung geliefert: Zelte, Licht, Erde, Hochbeete – und dann bald die ersten Stecklinge.
Wir möchten zeigen, dass ein gesetzeskonformer nichtkommerzieller Anbau funktioniert.
Marius Birk, Vorstand bei „Piff Paff Cannabis“
Bio-Erde für Cannabis
Das Besondere: Der Verein legt Wert auf ökologischen Anbau. Das heißt, die Cannabispflanzen wachsen auf echter Erde mit natürlichen Mikroorganismen, nicht auf Einweg-Substraten. Die Pflanzen enthalten somit keine Düngemittelrückstände und besitzen eine höhere Resistenz gegenüber Schädlingen.


„Wir möchten zeigen, dass ein gesetzeskonformer, nicht kommerzieller Anbau funktioniert und dieser seinen Beitrag zu Aufklärung und Enttabuisierung leisten kann“, erklärt Birk die Motivation hinter Piff Paff Cannabis.
Verein stellt sich gegen Schwarzmarkt
Für Birks Stellvertreter, Stefan Audersch, geht es nicht darum, Gras für sich zu haben. „Immerhin kann man drei Pflanzen legal privat haben und ist damit abgedeckt.“ Vielmehr wolle er gegen den Schwarzmarkt angehen.
Denn, so ergänzt Schatzmeister Andreas Beckmann, beim eigenen Anbau wisse man genau, was man konsumiert. Schwarzmarktprodukte können leicht gestreckt oder mit synthetischen Zusätzen verändert werden.
Mitgliederzahlen in MV steigen
Neben „Piff Paff Cannabis“ baut der Verein „Green Generation“ in Rostock an. Laut Umweltministerium gibt es außerdem einen Verein in Wismar, einen in Anklam und zwei in Greifswald, die alle bereits anbauen. „Sie konnten teilweise bereits mehrmalige Ernten erzielen, die an ihre Mitglieder weitergegeben wurden“, sagt Ministeriumssprecher Claus Tantzen.
Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (Lallf MV) kontrolliere regelmäßig – meist ohne Auffälligkeiten. „Die Anbauvereinigungen verzeichnen wachsende Mitgliederzahlen, sodass die Nachfrage auch nach fast zwei Jahren weiterhin besteht“, sagt Tantzen. Im Schnitt sind es zwischen 150 und 250 aktive Mitglieder von maximal 500 erlaubten.
Kosten für Anbau und Mitgliedschaft
Neben den genehmigten Social Clubs hat das Lallf auch einen Antrag abgelehnt, vier haben zurückgezogen, drei werden noch bearbeitet. Nur Bremen und das Saarland haben seit der Legalisierung weniger Anträge verzeichnet als MV.
Mit der Genehmigung will „Piff Paff Cannabis“ nun auch für Mitglieder werben: „Wir haben uns bewusst entschieden, erst neue Mitglieder aufzunehmen, nachdem wir die Genehmigung erhalten haben“, sagt Birk.
Die Aufnahme kostet einmalig 100 Euro, für Studenten, Rentner und Arbeitslose 50 Euro. Hinzu kommen monatlich 10 Euro Mitgliedsbeitrag. Wie viel das Gras kostet, hängt am Ende von der Sorte und der Qualität ab.
Als Anbauvereinigung darf „Pfiff Paff Cannabis“ keinen Profit machen. Dabei haben die Gründungsmitglieder bislang einen fünfstelligen Betrag in Hallenumbau und Ausrüstung gesteckt.
NNN und NordKurier
Nordkurier vom 09. März 2026 (online) und NNN vom 12. März 2026 (Print)
Autor: Jens Griesbach
Artikel als PDF >>>
Artikel bei der NNN >>>
Piff Paff Cannabis Club startet Anbau
Das beste Cannabis für alle in MV: Rostocker begeben sich auf grüne Mission
Der Piff Paff Cannabis Club Rostock zeigt, wie kontrollierter Anbau jenseits des Schwarzmarkts funktionieren kann. Wie die Rostocker jetzt voll durchstarten wollen.


Marius Birk und seine Mitstreiter haben einen Langstreckenlauf durch den Bürokratie-Dschungel hinter sich. „Das hatten wir uns deutlich einfacher vorgestellt“, sagt der 34-Jährige. Doch die Gründung des Piff Paff Cannabis Clubs Rostock war alles andere als einfach. Mehr als ein Jahr habe das Genehmigungsverfahren gedauert und unendlich viel Geduld und Durchhaltevermögen gefordert. Umso glücklicher sind die mittlerweile 20 Vereinsmitglieder darüber, dass die Genehmigung für den Anbau und die Abgabe von Cannabis jetzt endlich vorliegt. „Es war ein Marathon. Aber wir wussten, dass wir für etwas Wichtiges kämpfen“, sagt der Vereinsvorsitzende.
Verein setzt auf Aufklärung und Enttabuisierung
„Wir sind erleichtert und stolz, dass wir nun endlich Planungssicherheit haben“, ergänzt Andreas Beckmann, Schatzmeister des Vereins. Der Piff Paff Cannabis Club ist nach dem im vergangenen Jahr gegründeten Green Generation der zweite Cannabisverein in der Hansestadt. Seit der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland vor zwei Jahren dürfen solche Vereine eine Anbaugenehmigung für Cannabis beantragen und das Rauschmittel legal und kontrolliert an Vereinsmitglieder abgeben. „Wir möchten zeigen, dass ein regulierter, nicht‐kommerzieller Anbau funktioniert, einen echten Mehrwert für Konsumenten bietet und einen Beitrag zu Gesundheitsschutz, Aufklärung und Enttabuisierung leisten kann“, so der 53-jährige Beckmann, der promovierter Chemiker ist.
Wir wollen den Menschen den Zugang zu dem bestmöglichen Cannabis ermöglichen – und uns selbst natürlich auch.
Dr. Andreas Beckmann, Piff Paff Cannabis Club Rostock
Statt sich auf dem Schwarzmarkt Cannabis aus unbekannter Herkunft und von fraglicher Qualität zu beschaffen, gehe es dem Verein darum, „mit unseren Mitgliedern hochwertiges Cannabis hier in Rostock anzubauen“. Beckmann bringt die Zielsetzung des Piff Paff Cannabis Clubs auf den Punkt: „Wir wollen den Menschen den Zugang zu dem bestmöglichen Cannabis ermöglichen – und uns selbst natürlich auch“, sagt er und ergänzt: „Wir wollen das beste Cannabis in ganz MV anbieten.“ Dafür setzt der Verein auf ökologischen und nachhaltigen Anbau, also auf Bio-Qualität beim Züchten der Cannabis-Pflanzen.
Mit der Genehmigung in der Tasche startet der Piff Paff Club jetzt so richtig durch. In der Carl-Hopp-Straße in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt wurde eine 350 Quadratmeter große Halle für die zukünftige Cannabis-Plantage angemietet. Hier wird ab sofort auch das Vereinsheim eingerichtet. „Der Cannabis-Anbau beginnt in dieser Woche. Mit der ersten Ernte rechnen wir im Juli/August“, sagt Marius Birk. Unzählige Säcke Blumenerde sowie mehrere Gewächshäuser liegen beziehungsweise stehen schon bereit. Nächstes Etappenziel ist es, zunächst bis zu 200 Mitglieder zu werben. An jedes Mitglied können monatlich bis zu 50 Gramm Cannabis abgegeben werden. Insgesamt darf der Verein nicht mehr als 500 Mitglieder haben.