Wir waren mit dem Umbau beinahe fertig und hatten trotzdem noch keine Genehmigung erhalten. Zwischenzeitlich kam es uns so vor, als wäre die Bearbeitung der Anträge unsere eigentliche Aufgabe. Manchmal vergeht die Zeit unglaublich langsam.

„Und; habt ihr schon die Genehmigung?“ Wahrscheinlich kennt ihr die Situation. Man hat ein Projekt und kommt nicht zum Ende, aber trotzdem fragen alle Freunde und Bekannte ständig nach, wie es denn laufe. Immer wieder. „Vielleicht nächste Woche“, „Kann jeden Tag passieren“, „Jetzt kann eigentlich keine Forderung mehr kommen“. Was man sich nicht selbst immer erzählt, wenn sonst nichts geht. Uns von Freunden zugeschobene Videoinhalte anderer Clubs in anderen Bundesländern mit dem Titel „Wir gründen einen Cannabisclub. Und du kannst das auch!“ wirkten wie ein schlechter Witz. So gingen wieder Monate ins Land mit Bauarbeiten und Änderungswü- Na, ihr kennt die Geschichte. So ging das bis Anfang Februar, genauer gesagt: Bis zum 9.; einem Montag.

Montag Morgen, ich liege noch im Bett… Nein. Nochmal:

Montag Mittag, ich liege noch im Bett. Die Bauarbeiten und andere Vereinsangelegenheiten hatten mich in den letzten Tagen beschäftigt. Ich lag komatös im Bett, bewegungsunfähig. Dann geht auch noch die Haustürklingel los. Ich versuche das Motorikzentrum im Gehirn zu finden, ohne Erfolg. Aber irgendwann schafft es meine allerliebste U. im Nebenzimmer aufzustehen und an die Tür zu gehen. Soll sie ruhig mal die Postbotin empfangen. Ich falle zurück in das wohlige Nichts.

BAM BAM BAM! Von meiner Tür kommen Geräusche wie bei einer Hausdurchsuchung. Da will jemand so richtig rein. Mit Hirn im Ruhezustand schaffe ich mir ein „jaaaa..“ abzuringen. Ich öffne ein halbes Auge und sehe unseren Schatzmeister vor meinem Bett. Mit viel Weiß in den Augen starrt er mich an, reißt die Fäuste zur Decke und schreit:

GENEHMIGUNG!!!

Ich schlafe noch. „Ok… Cool…“ mehr kommt aus mir in diesem Moment nicht raus. Unser Schatzi fuchtelt wild mit den Armen, schreit nochmal „WIR HABEN EINE GENEHMIGUNG!!!“, dreht sich um und läuft Richtung Küche. „Ich muss jetzt ein Bier trinken!!“ kann ich noch hören, während ich das wilde Rücken und Klimpern von Bierkästen höre.

Nun, was soll ich sagen. Die nächsten Tage waren intensiv. Wir waren wahnsinnig froh, zuversichtlich und einfach irre gut drauf. Die nahezu zwei Jahre Arbeit, Vorbereitung, Rückschläge und Beharrlichkeit hatten sich letztendlich doch ausgezahlt.

Wir hatten es geschafft.

Der Weg zur Cannabislizenz, Teil 3