Wahrscheinlich haben wir alle eine Liste mit Dingen, die wir noch erleben möchten: Fallschirmspringen, eine eigene, tropische Insel bewohnen, einen Segeltörn um die Welt, eine Kneipe eröffnen, einen Baum pflanzen oder mit staatlicher Genehmigung Cannabis anpflanzen. Wie sieht es bei Dir aus?
Dinge, die – zumindest bei mir – auf keinen Fall dazu gehörten, waren Trockenbau, Spachteln, Verputzen, Ziegelwände bauen, Fliesenlegen oder auch Bodenbeschichtungen gießen. Da uns in Rostock überraschenderweise niemand eine fertig konfektionierte Cannabisplantage zur Übernahme anbot, musste ich letzten Endes auch diese Tätigkeiten für mich abhaken.
Das Schöne an unserem, an Fähigkeiten breit aufgestellten Verein ist, dass immer jemand über die benötigte Expertise und Elan für die anstehenden Aufgaben verfügte.
Also wurde gemeinsam aufgeständert, geschraubt, verspachtelt, verlegt, angeschlossen, geklebt, verputzt, grundiert, geschliffen, gemalert und beschichtet. Und dabei lernt man viel dazu. Nun weiß auch ich, dass Trockenbauspachteln und -schleifen eine extrem langwierige und staubige Angelegenheit ist, Mauerbau aus viel Vermessung, Ziegelschneiden, Zement anrühren und sehr, sehr vielen 30kg-Säcken Zement und Verputz besteht. Über stoffliche Farb-, Grundierungs- und Beschichtungskunde fange ich gar nicht erst an.
Ehrlich gesagt: Trotz der anstrengenden und langwierigen Arbeit hat es dann tatsächlich auch öfter Spaß gemacht. Nicht, dass ich diese Punkte jetzt als Eckpfeiler meines Seins sehe. Trotzdem war es ein Gewinn zu sehen, wie sich die Immobilie Stück für Stück unserer Vorstellung eines Cannabisclubs annäherte und sich von einer Baustelle zu einem – Nein: unserem! – Aufenthaltsort entwickelte.
Unser Vorsitzender meinte, dass wir nun zur Not über die Fähigkeiten verfügen, ein Bauunternehmen zu eröffnen. Ob ich da mitmache?
Bitte nicht.
