Auch dieser Schritt klingt – wie alles bei einem CSC – erst mal viel einfacher als es wirklich war.
Mittlerweile kennen wir Rostock und seine Umgebung sehr viel besser, obwohl die meisten von uns hier geboren sind oder sehr lange hier wohnen. Und es ist sehr idyllisch, aber auch manchmal ziemlich seltsam auf den Dörfern in der Umgebung von Rostock. Von sehr netten Gesprächen bis hin zu purer Ablehnung war alles dabei.
Das gilt auch für Makler und Vermieter. Einige waren trotz der komplizierten Ausgangslage bezüglich der monatelangen Verzögerungen bei der Vereinsanmeldung oder der Genehmigung gesprächsbereit, andere eher nicht.
Was wir auch lernen mussten: Zusage ist nicht gleich Zusage. Der Erlaubnis zum Konsum von Cannabis spaltet nach wie vor die Gesellschaft, und damit auch die Vermieter. So wurden wir bei einer sehr gut passenden Immobilie durch den Vermieter wochenlang hingehalten und dann unfreundlich abgewiesen, obwohl wir von Anfang an klar kommuniziert haben, was wir dort machen möchten. Bei anderen Vermietern stand die Panik ins Gesicht geschrieben, als sie das böse C-Wort hörten.
Für andere potenzielle Vermieter wirkte das Vorhaben anscheinend inspirierend: Nach einem kurzen Gespräch und der kurz darauf folgenden Aussage, man habe „mit der Immobilie andere Pläne“ war die Sache für uns erledigt. Umso faszinierender war die Zeitungslektüre ein halbes Jahr darauf: In der betreffenden Immobilie war eine illegale Cannabisplantage ausgehoben worden. Ja, das ist uns so tatsächlich so passiert.
Es war nicht einfach eine Gewerbeimmobilie für Produktionszwecke in Rostock und Umgebung zu finden, die die richtige Größe hat, nicht so weit vom Rostocker Zentrum entfernt ist und natürlich die obligatorischen 200 Meter Luftlinie zu allen Kinder- und Jugendeinrichtungen einhält (siehe Bild, © OpenStreetMap, Bubatzkarte). Und da spielt es auch keine Rolle, ob zwischen Kita und Immobilie die S-Bahn fährt und die Kinder über Rohre und Gleise klettern müssten, um die Immobile zu sehen, diese also komplett außer Sichtweite ist und sich in einem eigens umzäunten Gewerbegebiet befindet. Selbst in einem Bergwerk 198 Meter unterhalb eines Kindergartens wäre dies nicht möglich. 198 Meter sind nicht 200 Meter. Gesetz ist Gesetz.
Mittlerweile haben wir dann aber eine Immobilie gefunden, die zu uns passt. Wochenlang haben wir Touren durch Rostock gemacht, um uns mögliche Immobilien anzusehen. Schließlich sind wir, nach einigen Umwegen, in der Carl-Hopp-Straße fündig geworden: Eine Produktionshalle in der richtigen Größe, eine sympathische Verwaltung, genug Strom und Wasser und aus der Innenstadt und der KTV sehr gut erreichbar. Alles in Allem mussten wir bis zu diesem Erfolg mehr Maklertermine und Besichtigungen durchführen als uns lieb ist. Gedauert hat die Raumsuche ziemlich genau ein Jahr. Aber es hat sich gelohnt!
Und somit werden nach dem laufenden Umbau unsere Mitglieder einen sympathischen Platz zum gemeinsamen Anbau, zum Austausch von Erfahrungen und zur Abgabe haben. Und auch die Pflanzen werden in der Halle perfekte Wachstumsbedingungen vorfinden. Apropos Umbau: Klingt einfach. Lampen rein und los! Oder so ähnlich…
