Wie das mit Ideen beim Bier meistens ist, kommt danach die Realität. Und die ist fast immer anders und komplizierter. Das lang erwartete KCanG wurde beschlossen, natürlich mit der deutschen Gründlichkeit. Sich einfach als Gruppe zusammenzuschließen und unkompliziert irgendwo zusammen anbauen war vom Tisch. Berlin wälzte die Entscheidung über die amtlichen Zuständigkeiten auf die Länder ab, was natürlich für Verzögerungen sorgte.
Das Gesetz beinhaltet weitreichende Abstandsregeln für allerlei Einrichtungen; Spielplätze und Kitas waren plötzlich ein überraschend wichtiges Thema. Inzwischen hatten wir mehr über die Definitionen von Jugendeinrichtungen und Spielplätzen gelernt als so mancher Städteplaner. Selbst Eltern mit kleinen Kindern konnten da noch etwas dazulernen.
Es stellte sich schnell heraus, das die Gerstensaft-induzierte Zuversicht und Motivation bei Einigen nach den ersten Wochen dann gar nicht mehr so groß war. Also mussten neue Leute gefunden werden, die für die Idee brennen und auch Zeit für und Lust auf die Umsetzung haben. Und auch die potentielle Anbaufläche war dann nicht mehr so passend, wie es anfangs schien. In unserem Bekanntenkreis fanden sich schnell weitere Interessierte, welche mit ihren eigenen Fähigkeiten aufwarten konnten. Unser nächster Schritt war das deutscheste, was ein Deutscher machen kann:
Einen Verein gründen.
Über Wochen hatten wir an unserer Satzung gearbeitet, die Gründungsveranstaltung fristgerecht einberufen und natürlich den Sekt zum Anstoßen organisiert. Und was war das für ein harmonischer Abend! Der formale Gründungsakt war in einer halben Stunde durch und danach wurde wieder mit vollem Elan geplant und diskutiert. Und da waren sie wieder, die blühenden Cannabisfelder. Darauf nochmal anstoßen. Was soll denn jetzt noch passieren?
